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Freiheit durch Loslassen – Warum es so wichtig ist und wie du es schaffst!

Oktober 16, 2019 8 min read No Comments

Freiheit durch Loslassen – Warum es so wichtig ist und wie du es schaffst!

Oktober 16, 2019 8 min read No Comments

Das Thema Loslassen beschäftigt mich schon seit einiger Zeit. Eigentlich schon immer!

Gastartikel von Petra Bäumler – www.aufraeumerei.de

Als Schulkind musste ich vom Kindergarten loslassen, in der Ausbildung von der Schulzeit und allen damit mich umgebenden Freunden, auch ein Stück von der Kindheit. Plötzlich wurde es ernst, ich durfte Geld verdienen, die Leichtigkeit des Kindseins war erst einmal vorbei. Ich hatte Verantwortung zu übernehmen, von der ich vorher nichts ahnte.

Als Ehefrau durfte ich mein Singledasein loslassen, als Mama die unbeschwerte Zeit als Paar. Es kamen mit jeder Lebensphase immer wieder etwas dazu, was sich veränderte.

Denn loszulassen bedeutet immer auch, sich auf etwas anderes einzulassen.

Nach der Trennung von meinem Ex-Mann musste ich diese Zeit loslassen, um neu anzufangen. Das war mit die schwerste Zeit meines Lebens. Meine Basis ist weggebrochen, alle bis dahin aufgebaute Sicherheit schien es plötzlich nicht mehr zu geben. Ich war auf mich alleine gestellt, hatte alle Entscheidungen selbst zu treffen, ohne Absicherung, ohne Rückhalt. Als dann nach schwerer Krankheit meine Mama gestorben ist, war ich am Tiefpunkt meines Lebens. Ich hatte nun also keine Eltern mehr – Loslassen bekam wieder eine andere Dimension in meinem Leben! Mit den Eltern verabschiedet sich die Kindheit wirklich, auch ein Stück an Erinnerungen, die mit ihnen gegangen waren.

Der in dieser Zeit einzige Grund zum Weitermachen war mein Sohn, der mich brauchte. Denn auch er musste ja in seinen jungen Jahren schon so viel loslassen – den Papa, der fortan nicht mehr bei uns lebte, die geliebte Oma, die Sicherheit der Familie, den „alten“ Alltag in gewohnter Umgebung. Und er ist gleichzeitig mein großes Vorbild gewesen, der mich täglich inspirierte und es immer noch tut. Mit welcher Leichtigkeit sich Kinder auf neue Situationen einlassen ist bewundernswert! Für ihn wollte ich da sein, ihm zeigen, dass alles aus einem bestimmten Grund passiert. Dass alle Facetten der Gefühlspalette zum Leben gehören, nicht nur schwarz oder weiß, auch die bunten Farben.

 

Nichts ist entspannender, als das anzunehmen, was kommt.
Dalai Lama

 

Und das ist mir gelungen – durch ihn und meine Einstellung zum Leben. Dass der Tod zum Leben gehört wie die Nacht zum Tag, dass ein Leugnen der negativen Gefühle keinen Sinn macht, weil sie uns einholen, weil wir sie fühlen müssen, um die schönen Gefühle umso mehr wert zu schätzen. War das immer leicht? Sicher nicht, zum Himmel schreiend NEIN! Aber eine Aussage meines Sohnes vor ca. einem Jahr (also zwei Jahre nach dem Tod meiner Mama und der Trennung vom Kindsvater) hat mir bestätigt, dass alles genauso sein soll wie es ist. Er machte mir ein großes Kompliment, dass ich der positivste und beste Mensch bin, den er kennt. Und dass er Glück hat, dass er mich hat und ich ihn so erziehe! Dass ich nie lange böse auf ihn sein könnte, weil ich ihn liebe. Wow! Das hat mich tief berührt. Und zeigt, dass wir viel von den Kindern lernen können. Nicht nur in Bezug auf das Loslassen, auf alles!

Warum fällt uns loslassen so schwer?

Ich vermute, dass es das Gewohnte, das Bequeme, das Sichere ist, was uns oft in Lebensphasen verharren lässt, die – wenn wir ehrlich sind – schon gar nicht mehr so lebenswert sind. Macht es wirklich Sinn, eine Beziehung fortzuführen, die schon längst nicht mehr so glücklich ist, wie man es gerne hätte? Macht die Arbeitsstelle noch Spaß, zu der wir jeden Morgen mit Bauchschmerzen gehen? Fühlen wir uns in der Wohnung noch wohl, die mit Gegenständen aus früheren Zeiten gefüllt ist? Ist der Alltag noch schön oder fühlen wir uns wie im Hamsterrad der Verpflichtungen? Funktionieren wir nur noch statt aktiv zu gestalten? Reagieren statt agieren – ist das der erstrebenswerte Zustand für den Rest unseres Lebens? Machen uns die Menschen und Dinge im Leben noch glücklich, die uns umgeben?

Wenn die Antwort auf alle – oder nur eine Frage davon – NEIN ist, dann ist es Zeit, genau hinzuschauen.

Und das ist wohl auch die Antwort auf die Frage: warum fällt es uns schwer loszulassen! Weil ein Hinschauen bedeutet, dass etwas nicht mehr passt, dass etwas zu ändern ist, wenn ich nicht mehr glücklich bin. Oft fehlt die Alternative. Was mache ich denn dann? Wie soll ich xyz schaffen, wenn abc…? Was kann ich denn tun?

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Ein Hinschauen bedeutet also, sich aus der Opferrolle in die Macherrolle zu begeben. Sich aktiv den Problemen zu stellen, diese so nicht mehr hinzunehmen, damit es besser werden kann. Oft gibt es noch gar keine passende Alternative außer: so will ich nicht weiterleben, das möchte ich so nicht mehr. Aber auch das ist ok, weil es ein Entschluss ist! Ein Entschluss für sich einzustehen, sich der Situation zu stellen, etwas verändern zu wollen. Dem ein Ende zu machen und das nicht mehr länger zu dulden!
Das Loslassen bedeutet also, dass man etwas verändert oder verändern muss, was einem vorher lieb war.

 

Die Frucht von Loslassen ist die Geburt von etwas Neuem
Meister Eckhart

 

Loslassen müssen

Oft haben wir gar nicht die Möglichkeit, aktiv eine Veränderung zu bewirken – weil das Leben für uns entscheidet. Das ist die quasi die Steigerung des Loslassens – wir werden gezwungen, uns von geliebten Menschen, dem damit verbundenen Alltag oder Gewohnheiten zu trennen, z.B. nach dem Tod eines Angehörigen. Hier haben wir nicht die Wahl, aktiv von einer schlechteren Situation in eine bessere zu wechseln. Weil das Leben entscheidet. Weil wir gerne so weiter gelebt hätten, weil es gut war. Weil wir den Menschen geliebt haben, weil es selbstverständlich war, dass er Teil unseres Lebens ist.

Diese Verzweiflung ist mit die schlimmste aller Empfindungen. Weil wir machtlos sind, weil sie uns zu überrennen droht, weil wir nichts tun können. Weil wir im wahrsten Sinne ein Überlebens-Opfer sind, unfähig, etwas zu ändern an der Situation. Gezwungen in unsere Rolle bleibt uns nichts anderes übrig, als anzunehmen was ist. Und das ist ein langer Prozess. Die Trauer gehört zum Leben dazu, genauso wie der Tod. Aber danach gehen wir gestärkt aus dieser Phase, das kann ich aus eigener Erfahrung sagen. Jedem Regen folgt ein Sonnenschein (und dem auch wieder Regen). Dass die Zeit bekanntlich alle Wunden heilt, stimmt also.
Veränderungen sind der natürliche Lauf der Dinge, die Natur macht es uns jeden Tag vor.

 

Es ist das Ende der Welt sagte die Raupe, es ist erst der Anfang sagte der Schmetterling.

 

Was kann man alles loslassen?

  • Menschen
  • Verstorbene
  • Tiere
  • Dinge
  • verletzte Gefühle
  • Verhaltensmuster / Gewohnheiten
  • Arbeitsplatz
  • alte Träume / Ideale
  • uvm.

 

Die Dinge verändern sich, egal, ob wir das nun wollen oder nicht. Wenn wir darauf bestehen, dass alles so bleibt, wie es ist, oder wenn wir das wegstoßen, was wir nicht mögen, dann lassen sich Veränderungen auch nicht aufhalten. Es führt nur zu weiterem Leiden.
Jack Kornfield

 

Vielleicht fragst du dich jetzt, weshalb ich zu diesem Thema schreibe! Vor wenigen Wochen ist unser geliebter Kater gestorben, er war schwer krank, musste wirklich leiden. Es hat mir jedes Mal das Herz zugeschnürt, als ich ihn so still und tapfer vor sich hin leiden sah. Diese Zeit war unglaublich zerreißend für uns.

Zum Einen sahen wir ihn leiden, er konnte nichts mehr fressen, weil er so schwer Luft bekam. Durch das schwere Atmen konnte er auch nicht mehr wirklich schlafen, sich streicheln lassen und kuscheln (sonst die erklärten Lieblingsbeschäftigungen gleich nach schlafen und fressen) wollte und konnte er nicht mehr erdulden.

Zum Anderen war da die Hoffnung, dass es doch noch eine Chance auf Heilung gab, die wir doch nicht unversucht lassen konnten. Er war doch noch so jung, wir wollten ihn einfach nicht gehen lassen.

Aber diese Woche (eine ganze Woche, in der wir mit ihm litten!) hat uns auch gelehrt, dass Loslassen zum Lieben dazu gehört. Wenn man jemanden liebt, muss man für ihn handeln, dafür, dass es zu seinem Wohl geschieht. Unbeachtet unserer Gefühle! Mein Sohn (wieder einmal, mein großes Vorbild) hat schließlich mit mir zusammen entschieden, dass wir ihn erlösen mussten.

Das Leid hinterher brauche ich wohl niemandem zu beschreiben, der schon einmal ein Haustier einschläfern lassen musste. Der Schmerz ist unbeschreiblich, wir ertragen ihn irgendwie. Weil wir wissen, dass wir in seinem Sinne gehandelt haben, dass es ihm besser geht. Das ist loslassen. Heißt das jetzt, dass wir etwas bereuen? Nein, keine Sekunde. Und irgendwann im nächsten Jahr wird es wieder eine kleine Katze geben, weil ich finde, dass Kinder mit Tieren aufwachsen sollten, weil es sie stark und mitfühlend macht, weil sie Verantwortung übernehmen und außerdem einen Vertrauten haben, dem sie Liebe schenken können und der die Kinder bedingungslos liebt. Und weil das nicht nur für Kinder gilt, sondern auch für mich -ich vermisse diesen kleinen pelzigen Gefährten, der mir mit einem Wink zu verstehen gab, wie sehr er mich liebte, der wie eine „Diva“ immer nur dann kam, wenn er wollte. Aber deshalb war jedes Kuscheln und Streicheln so ein Geschenk.

Außenstehende meinten im Nachhinein, dass diese Situation des Leides genau der Grund sei, warum sie sich kein Haustier zulegen. Weil sie den Schmerz nicht ertragen können. Das sehe ich anders: Nur weil wir den Schmerz fühlen, macht es die schöne Zeit umso wertvoller, weil es immer vorbei sein könnte, weil genau dieses achtsam im Moment leben und ihn genießen für mich DIE Lösung überhaupt ist!

 

Die Lösung

  • Achtsam alle Momente genießen
  • Dinge annehmen, die man nicht ändern kann
  • Vertrauen, dass auch nach dem schwersten Regen wieder Sonnenschein kommt

Also: Wenn wir tatsächlich alle Momente genießen und die Dinge annehmen, die man nicht ändern kann, können wir sie wirklich als das betrachten, was sie sind: das Leben mit all seinen Facetten. Weil das alles dazu gehört. Die unschönen und schlimmen und die schönen und glücklich machenden Momente. All das ist das Leben.

Frei nach dem Motto:

  • Change it (wenn es etwas zu verändern gibt) or
  • Leave it (wenn das der beste Weg ist bzw. wenn es möglich ist) or
  • Love it (also nimm es an, wie es ist und mach‘ das Beste draus!)

 

Loslassen ist also die bewusste Entscheidung, die Situation zu verlassen und den Blick aktiv nach vorne zu richten. Das Vertrauen darauf, dass es eine Lösung gibt und wir etwas verändern können. Dass wir diese Lektionen meistern werden und daran wachsen werden und somit letztendlich unser Leben doch wieder selbst in die Hand nehmen können.

Im Nachhinein betrachtet waren es oft diese schwierigsten Schläge im Leben, aus denen ich stark hervorgegangen bin. Weil ich gelernt habe, dass der Regen nötig ist, um Leben zu ermöglichen. Deshalb: lasst uns den Regen irgendwie genießen – weil klar ist, dass danach – früher oder später – die Sonne wieder scheint! Nehmen wir das Leben so an, wie es kommt!

Everything happens for a reason

 

Über die Gastautorin:

Petra und ich haben uns kennengelernt, als sie mich für Ihren wundervollen Blog „Die Aufräumerei“ interviewed hat. Wir hatten sofort so viele Gemeinsamkeiten und haben uns sehr lange über unsere Lieblingsthemen unterhalten. Als Aufräum-Coach arbeitet Petra mit vielen wundervollen Menschen zusammen und bringt Klarheit, Struktur und Freiheit. Was für ein tolles Herzensprojekt!

 

Wie empfindest Du Loslassen? Was reizt Dich daran oder was hält Dich zurück? Schreib deine Gedanken einfach unten in das Kommentarfeld!

 

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