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7 Arten von nachhaltigen Lebensstilen – zu welchem gehörst du? {Teil 6 – Leben ohne Plastik}

Dezember 22, 2018 7 min read 2 Comments

7 Arten von nachhaltigen Lebensstilen – zu welchem gehörst du? {Teil 6 – Leben ohne Plastik}

Dezember 22, 2018 7 min read 2 Comments
einfach nachhaltig leben

Heute im 6. Teil der Blogserie „7 Arten von nachhaltigem Leben“ geht es um dein Plastik-freies Leben und warum du ein Leben ohne Plastik anstreben solltest und wie du den Wandel ganz easy schaffst.

Falls du gerade erst jetzt in die Blogserie einsteigst, empfehle ich dir auch in den anderen Artikel vorbeizuschauen. Mit dieser Serie kannst du dir einen Überblick verschaffen, welche Aspekte ein nachhaltiges Leben ausmachen und welche für dich funktionieren könnten.

Hier kannst du die ersten drei Beiträge der Blogserie, die bisher erschienen sind, lesen:

Teil 1 –  Zero Waste 

Teil 2 – Minimalismus 

Teil 3 – Slow Culture 

Teil 4 – Frugalismus 

Teil 5 – LOHAS & LOVOS


Wodurch zeichnet sich ein Lebensstil ohne Plastik aus?

Wie bei allen nachhaltigen Lebensstilen, geht es um Achtsamkeit und darum deine täglichen Routinen zu hinterfragen und eventuell neu zu organisieren. Bevor wir tiefer in das Thema einsteigen, möchte ich noch kurz klarstellen, dass es, wenn wir über Alternativen zu Plastik sprechen, in der Regel um Plastik geht, das nur kurz verwendet wird und dann entsorgt wird. Zum Beispiel ist die durchschnittliche Tragedauer einer Plastiktasche 12 Minuten und auch der Coffee-To-Go Becher, die Käseverpackung oder das Stück Frischhaltefolie haben keine wirklich längeren Nutzungen, aber der Abbau der Verpackungen dauert Jahrhunderte! Worum es bei einem Leben ohne Plastik aber nicht geht, sind zum Beispiel Medikamentenverpackungen oder medizinisch notwendige Kunststoffteile infrage zu stellen.

Das plastikfreie Leben setzt bei den alltäglichen Dingen an, denn wenn du dich mal direkt umschaust in deiner Wohnung oder dem Zimmer, in dem du gerade bist, dann siehst du wahrscheinlich eine Menge Plastik. Den Text, den ich gerade schreibe, tippe ich auf einer Tastatur aus Plastik. Mein Telefon auf dem Schreibtisch ist aus Plastik, genau wie der Monitor. Es gibt viele Bereiche, vor allem bei technischen Geräten wie Staubsauger & Co. in denen es sehr schwierig ist auf plastikfreie Varianten umzusteigen. Um die kümmern wir uns jetzt auch noch nicht weiter. Stattdessen lass und mal lieber auf die Dinge schauen, die du täglich nutzt und die immer schneller entsorgt werden.

Wenn du dich entscheidest, in Zukunft auf Plastik in deinem Alltag zu verzichten, dann wirst du mit der Zeit immer mehr Dinge entdecken, die sich sehr einfach ersetzen lassen. Zum Beispiel im Badezimmer das Duschbad durch ein Stück Seife wodurch du auch gleich noch Mikroplastik beseitigst. Oder in dem du in der Küche die Folie durch Bienenwachstücher ersetzt. Statt in Plastik verpackte Produkte lieber in deine eigenen Stoffbeutel. Edelstahldosen oder Gläser verpackst oder wo immer es möglich ist, auf Papierverpackungen oder ganz ohne Verpackung umsteigst. Um es richtig durchzuziehen mit dem Leben ohne Plastik, musst du manchmal etwas erfinderisch werden, Sachen (wie Putzmittel zum Beispiel) auch selber machen oder wirklich nach Alternativen Ausschau halten. Aber es lohnt sich! Du tust damit nicht nur der Umwelt und deinem Geldbeutel etwas Gutes, sondern vor allem deiner Gesundheit!

 Photo by Thomas Quaritsch on Unsplash Photo by Thomas Quaritsch on Unsplash

Warum solltest du ohne Plastik leben

Eine Plastikflasche, die ins Meer gelangt, bleibt dort ungefähr 450 Jahre! Versuche mal 450 Jahre zurückzudenken. Du landest dann im Jahr 1568, also im tiefsten Mittelalter. Ungefähr die Zeit, als Martin Luther gerade seine 95 Thesen veröffentlicht hat und noch bevor sich die evangelische Kirche von der katholischen Kirche ab gespaltet hat. Das ist eine unglaublich lange Zeit, die ich kaum gedanklich gefasst bekomme. Wie geht es dir damit? Kannst du dir vorstellen, wie sehr sich unsere Erde seit dem verändert hat? Wenn du jetzt mal 450 Jahr in die Zukunft denkst, dann ist es genauso schwer sich vorzustellen, wie unsere Erde und unsere Gesellschaft dann sein wird. Aber die Plastikflasche, die heute ins Meer gelangt wird dann immer noch da sein. Zusammen mit vielen anderen Millionen Flaschen und allerhand Müll allgemein. Das ist keine schöne Vorstellung und ich möchte meinem Sohn, meinen Enkeln, wenn ich welche bekomme und allen Menschen auf keinen Fall so eine Welt hinterlassen.

Plastik ist in unseren Lebensmitteln

Aber nicht nur die Menge an Müll ist ein Problem, sondern auch, dass wir mittlerweile Plastik durch unsere Nahrung essen und es sich in unserem Körper ansammelt und uns krank macht. Ganz viele Beauty-Produkte, Zahnpasta, Peeling und Duschgel enthalten Mikroplastik, das ins Grundwasser, in die Meere und am Ende wieder zurück zu uns kommt.

Die für mich wichtigsten 6 Gründe, warum ich aufgehört habe Plastik zu nutzen kannst du auch noch mal ausführlicher nachlesen.

Tipps zum Einstieg in dein Leben plastikfreies Leben

Persönlich hat mir der Einstieg über ein 4-wöchiges Plastikfasten sehr geholfen. Denn der begrenzte Zeitraum hat den Stress herausgenommen und auch gezeigt, wo es für uns einfach war auf Plastik zu verzichten. Am Ende der Fastenzeit sind wir nicht in unsere alten Gewohnheiten zurückgekehrt, da sich so viele Vorteile dieses Lebensstils gezeigt haben. Angefangen von deutlich und damit meine ich richtig deutlich, weniger Müll, über Kosteneinsparungen in unserem Haushaltskonto bis hin zu einer gesünderen und achtsamen Einstellung zu Dingen, die wir vorher einfach im Autopilot gemacht haben.

Fange klein und einfach an

Das Wichtigste bei jeder Umstellung von Gewohnheiten ist es, langsam zu beginnen, um nicht völlig überfordert nach kurzer Zeit das Handtuch zu werfen und in alte Verhaltensmuster zurückzufallen. Wenn du dich entscheidest dein Leben ab jetzt, ohne Plastik zu führen, dann beginne zum Beispiel damit statt Getränkeflaschen einfach Leitungswasser aus einer Glasflasche zu trinken. Achte bei deinen Einkäufen darauf immer Stoffbeutel dabei zu haben, sodass du keine Plastiktüten oder Hemdchenbeutel brauchst. Ersetze deine Plastikdosen für Lebensmittel mit Glas- oder Edelstahldosen, so dass kein Mikroplastik an dein Essen kommt, was vor allem bei warmen Speisen der Fall ist.

Schlimmer als Plastik zu kaufen, ist Plastik wegzuwerfen

Für deinen neuen plastikfreien Alltag ist es aber auch wichtig, genau hinzuschauen und nicht in einen Wegwerfwahn zu verfallen. Schlimmer als Plastik zu kaufen, ist nur noch Plastik wegzuwerfen. Wenn du dich entscheidest deine Aufbewahrungsdosen gegen eine plastikfreie Alternative auszutauschen, dann schau, ob du sie vielleicht anderweitig verwenden kannst. Selbstgerechtes Waschmittel, Geschirrspülmaschinenpulver, Schrauben im Keller – es gibt unzählige Dinge, die du sehr gut in den Plastikdosen lagern kannst, wenn du sie in der Küche aussortiert hast.

Küche, Bad, Einkaufen, Unterwegs – plastikfreie Alternativen und Rezepte zum Selbermachen

Genauso vielfältig und umfassend, wie der Einsatz von Plastik in unserem Leben ist, genauso vielfältig und zahlreich sind die Alternativen, die es dazu gibt. Die alle jetzt aufzuzählen würde den Artikel hier komplett sprengen. Ich denke, dazu schreibe ich bei Gelegenheit mal lieber einen eigenen Beitrag. Falls du dich an das Selbermachen von Putzmitteln wagen möchtest, habe ich hier für dich einige Allround-Rezepte und Anleitungen zum Herunterladen.

Der einfachste Einstieg in ein Leben ohne Plastik gelingt in der Regel in der Küche, in dem du zum Beispiel:

  • Nudeln, Reis & Co statt in Plastikverpackungen in Papiertüten kaufst

  • Milch, Sahne, Joghurt gibt es in Mehrwegflaschen

  • Viele Konservendosen sind innen mit Plastik überzogen und können ganz leicht gegen Glas oder Tiefkühlprodukte in Papier ersetzt werden

  • Obst und Gemüse grundsätzlich unverpackt oder in Stoffbeutel abwiegen

  • an der Käsetheke deinen Behälter mitbringst, was selbst bei Tegut, Edeka und anderen Supermärkten mittlerweile problemlos möglich ist

  • Bienenwachstücher zum Einpacken verwendest

  • Spülbürste, Gemüsebürste und Geschirrlappen auf Naturmaterialien wie Holz oder Bambus umstellst

  • Müllbeutel aus deinem Haushalt verbannst und stattdessen die Brottüte vom Bäcker oder leere Mehl- & Zuckerverpackungen verwendest

Im Badezimmer kannst du plastikfrei weiter machen mit:

  • Seife statt Duschbad

  • Haarseife oder Trockenshampoo

  • Zahnbürsten aus nachwachsender Maisstärke oder Bambus

  • Zahnseide aus echter, kompostierbarer Seide mit Bienenwachs nutzt

  • Zahnputztabletten statt Zahncreme nimmst

Für deine Einkaufstouren ist es wichtig immer genügend Stoffbeutel in verschiedenen Größen dabei zu haben und bei Bedarf Gläser oder Dosen mitzunehmen.

Damit du auch Unterwegs nicht auf Plastikbesteck, Becher oder Teller angewiesen bist, kannst du entweder statt „To-Go“ dich in eine Bäckerei reinsetzen, wo man in der Regel ganz normales wiederverwendbares Geschirr bekommt. Oder du packst dir einen Thermosbecher, Besteck und eine Dose ein, um im Gehen zu essen.

Wirklich hilfreich finde ich auch die beiden Bücher von Nadine Schubert

Fazit & Ausblick

Plastik in der Form, in der wir es täglich benutzen, steht seit gerade einmal 50 Jahren zur Verfügung und schon jetzt sind die negativen Auswirkungen auf Tiere, die Umwelt und uns Menschen massiv. Das Thema Plastikmüll und die Vermeidung von noch mehr Plastik in den Meeren, im Grundwasser und auch in unserem Körper ist so global und trotzdem hat eine Änderung in unserer Lebensweise hier einen großen Effekt.

Die Verbote von Einwegplastik-Produkten durch die EU, das veränderte Verbraucherverhalten und die umgehende Reaktion vieler Supermärkte und einige andere Aktionen der letzten Monate haben mir sehr deutlich gezeigt, dass es für uns alle möglich ist Einfluss zu nehmen. Natürlich sind das alles kleine, grüne Schritte, aber am Ende zeigen sie doch große Wirkung.

Ein Zitat, das immer wieder durch das Internet geistert lautet „Es ist nur ein Plastik-Strohhalm, sagten 3 Milliarden Menschen.“ Besser kann es kaum auf den Punkt gebracht werden, warum es wichtig ist, das wir bei uns selbst mit der Veränderung beginnen. Ich freue mich, dass du den Artikel bis hier her gelesen hast, denn das zeigt, dass du an dieser Veränderung interessiert bist. Auch wenn du dich noch nicht hundertprozentig bereit fühlst, fang an.. Beginne mit kleinen Schritten, überfordere dich nicht durch Perfektionismus, sondern schaue, was dir in deinem Alltag leicht fällt und verändere es dann Schritt für Schritt. Egal welchen nachhaltigen Lebensstil. du am Ende für dich wählst. Bist du bereit? Schreibe mir gerne einen Kommentar dazu.

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2 Comments

  • Rosi Brase September 4, 2019 at 11:30 am

    „Wenn eine Plastikflasche ins Meer gelangt …“ Warum gelangt sie denn ins Meer??? Ich habe noch nie im Leben irgendetwas aus Plastik ins Meer geworfen! Da muss doch in der Erziehung des Menschen etwas falsch gelaufen sein! Und dass man unsere Gelben Säcke in Ostasien am Strand wiederfindet, ist für mich unbegreiflich, genauso wie Mikroplastik z.B. in Kosmetikartikeln! Der Mensch muss vielleicht wirklich erst mal weg, so dass sich die Natur eventuell noch mal erholen kann …

    • Martha's September 9, 2019 at 7:17 pm

      Liebe Rosi,
      das mit der Erziehung denke ich auch, aber es hat meiner Meinung nach auch ganz viel mit Wertschätzung und Naturverbundenheit zu tun.
      Liebe Grüße
      Jana

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